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Die Oberliga wäre die Krönung (NWZ Artikel)

Autor: Harald Betz, NWZ vom 04.01.2010 


"Die Oberliga wäre die Krönung"

Im fünften Jahr führt Uli Haug beim Fußball-Verbandsligisten SV Göppingen Regie. In diesem Jahr zählt für den Trainer des Aufsteigers nur der Klassenerhalt, langfristig strebt der Traditionsklub in die Oberliga.


Hier kommst du nicht vorbei: Die KuGi-Juniorin breitet die Arme aus und stoppt ihre Gegenspielerin. Foto: Thomas Madel
Vor dem Saisonstart haben Sie den schlechten Zustand der sanitären Anlagen beim Sportverein bemängelt. Als Neuling in der Verbandsliga müsse man sich dafür schämen. Hat die Stadt als Eigentümer mittlerweile etwas unternommen?

ULI HAUG: Die Umkleiden und Duschen werden in der Tat erneuert. In den nächsten Tagen soll Baubeginn sein und zum Rückrundenstart soll die Maßnahme abgeschlossen sein.

Fühlen sich die Fußballer des Sportvereins in solchen Situationen von der Stadt benachteiligt?

HAUG: Wir wollen und können uns nicht mit Frisch Auf Göppingen vergleichen, aber wir würden gerne mitwachsen in einer Sportstadt Göppingen. Dabei sind wir, denke ich, auch fußballmäßig auf dem richtigen Weg.

Gibt es denn Bereiche, wo ein Vergleich mit den Handballprofis zulässig wäre?

HAUG: Beide Vereine liegen bei den Etatvergleichen in ihren Ligen nicht an der Spitze. Wir in der Verbandsliga sind unter den letzten drei, vier Klubs, Frisch Auf dürfte sich etwa in der Mitte bewegen. Zudem versuchen beide Vereine, mit möglichst geringen Mitteln einen möglichst großen sportlichen Erfolg zu erzielen. Dazu gehört der Einsatz von jungen Spielern, die Leistung bringen wollen.

Ist dies dem Sportverein in der Verbandsliga bislang gelungen?

HAUG: Wenn man bedenkt, dass nach dem Weggang von Spielmacher Caruana mit Michael Kutscher nur ein Spieler dazu gekommen ist, der schon Oberliga-Erfahrung besitzt und ansonsten nur junge, talentierte Spieler aus der Kreisliga A in den Verbandsligakader aufgenommen wurden, haben wir uns sehr gut in die neue Klasse eingefügt. Klar ist, dass das Ziel in dieser Saison der Klassenerhalt bleibt. Dafür haben wir speziell mit den letzten beiden Siegen viel getan.

Sie sind also wunschlos glücklich?

HAUG: Bei genauem Hinschauen hätten es schon zwei, drei Punkte mehr sein können, wenn ich an die nicht gewonnenen Partien gegen Laupheim und Ravensburg denke. Aber unsere 22 Punkte sind nicht glücklich zustande gekommen, sondern sie sind hoch verdient. Es bleibt aber bis zum Schluss eine harte Saison.

Was fehlte, um noch diese angesprochenen drei Punkte mehr zu holen?

HAUG: Wir hatten vorne zu wenig Durchschlagskraft. Dafür sind aber nicht nur die Stürmer verantwortlich, sondern die ganze Mannschaft. Wir haben gut gegen den Ball gearbeitet, aber weniger gut mit dem Ball gearbeitet und unsere Chancen oft nicht verwertet.

Hat sich hierbei das Fehlen eines Spielmachers wie Caruana besonders ausgewirkt?

HAUG: Wir spielen diese Saison mit einer Doppel-Sechs, sind also eher defensiv ausgerichtet. Für die nächste Saison wollen wir jemand für die Zehner-Position finden. Von einem Spielgestalter in der Verbandsliga erwarte ich dann aber auch, dass er das Spiel macht und zehn Tore pro Saison erzielt.

Im Sturm wollen Sie schon früher für mehr Gefahr sorgen, der Sportverein hat kurz vor dem Jahreswechsel Lukasz Majowski aus Dürnau geholt. Wird er spielen?

HAUG: Ich hoffe, dass wir uns mit den Dürnauern einigen und Lukasz, der den GSV verlassen wollte, uns in der Rückrunde hilft. Ich glaube, von seiner Präsenz auf dem Platz könnten auch unsere anderen Stürmer profitieren.

Gibt es weitere personelle Neuigkeiten beim Sportverein?

HAUG: Es gibt sonst keine neue Namen, aber mit den zurückkehrenden Langzeitverletzten Bogdanovic, Martin und Sir bieten sich mir mehr Alternativen.

Bei der Weihnachtsfeier Ihres Klubs haben Sie den Klassenerhalt in den Mittelpunkt Ihrer Rede gerückt, aber auch vom langfristigen Ziel Oberliga gesprochen. Was treibt Sie an?

HAUG: Der Sportverein ist mir zwischenzeitlich eine Herzensangelegenheit. Ich arbeite hier im fünften Jahr, bislang haben wir alle Ziele inklusive zweier Aufstiege erreicht. Nachdem der Klub sieben Jahre Bezirksliga gespielt hat, wäre ein Oberliga-Aufstieg die Krönung für alle, die sich mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit hier einbringen. Natürlich wäre es auch für mich persönlich ein sehr großer sportlicher Erfolg.

Haben Sie die Mannschaft und die Mittel dafür?

HAUG: Wir haben einen Kader mit einem Durchschnittsalter von etwas über 23 Jahren. Diese Jungs entwickeln sich weiter und können noch lange zusammenspielen. Mit ihnen zu arbeiten, macht Spaß. So haben mit Williams, Ivezic, Kutscher, Doll, Klein, Siebert und Budak bereits sieben Spieler für die kommende Saison unterschrieben, in der wir uns in der Verbandsliga stabilisieren wollen. Im Sponsorenbereich voran zu kommen, ist ungleich schwerer.

Wann wird beim SV Göppingen wieder gegen den Ball getreten?

HAUG: Ab 25. Januar wird wieder trainiert, dann beginnt die sechswöchige Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte. Ab dem ersten März-Wochenende geht es gegen Laupheim, in Frickenhausen, gegen Rutesheim und in Oberzell gleich gegen direkte Konkurrenten in der zweiten Tabellenhälfte. Dass es im März einigermaßen für uns läuft, ist wichtig.

Sie sitzen beim Sportverein nicht nur als Trainer auf der Bank, sondern nehmen noch viele andere Aufgaben wahr. Ist Uli Haug der Göppinger Felix Magath?

HAUG: Das denke ich nicht, obwohl ich mich neben meiner Trainertätigkeit noch in die eine oder andere Aufgabe einbringe. Um als Verein erfolgreich zu sein, ist auch außerhalb des Platzes ein homogenes Team notwendig. Die Vorsitzenden Wolfgang Brunner und Karl Vaihinger sind die wichtigsten Personen im Verein und meine ersten Ansprechpartner, der Sportliche Leiter der ersten Mannschaft, Joachim Treyz, leistet zusammen mit Andreas Birngruber im Sponsoring und Marketing hervorragende Arbeit, Spielleiter Ingo Miede und Betreuer Günter Bühler sind meine wichtigsten Bezugspersonen im direkten Umfeld der Mannschaft und im sportlichen Bereich kann ich mich hundertprozentig auf Co-Trainer Mike Schäffler verlassen.

Jetzt bleibt Ihnen nur noch ein Wunsch für das Jahr 2010 beim SV Göppingen?

HAUG: In meiner Mannschaft sind Teamgeist und Harmonie unglaublich groß. Vielleicht bräuchten wir ab und zu mal einen Spieler, der etwas lauter wird, wenn es auf dem Feld nicht so läuft. Aber grundsätzlich freue ich mich natürlich sehr darüber, dass es innerhalb unserer Mannschaft so gut stimmt.

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